Zubin Mehta dirigiert bei den Münchner Philharmonikern: Brahms

Pressebild Mphil Zubin Metha
Zubin Mehta - Pressebild

Mein Kommentar:

Brahms kannte ich bis dato gar nicht. Der Romantiker gilt oft als schwierig – mir hat’s gefallen.

Fulminant war natürlich der Auftritt der japanischen Geigerin Midori. Die Aufforderung Brahms, der Solist müsse sich in das sinfonische Entstehen einbringen, gelingt und ist gerade in den dynamischen Phasen hörenswert.

Zurecht feiert das Publikum Dirigent, Solist und Orchester mit heftigem Applaus – um dann fluchtartig an die Gardarobe oder ins Parkhaus entweichen zu können! Konzertbanausen München!

 

 

Mich stört nur – und das ist wohl dem Instrument geschuldet – der seltsame Ton, wenn der Bogen mit voller Wucht auf die Saite saust und hier fast einen schrillen Akkord generiert. Ich mag’s halt nicht.

Und was mich diesmal extrem störte: die Brüstung war mir genau im Sichtfeld – ärgerlich!

 

Das moderne Stück (1936) von Hindemith hat mir nichts gesagt – vorher nicht und hinterher auch nicht… Bruckner oder Ravel sind da deutlich spannender!

 

So beschreibt es das Web-Programmheft: "Die japanische Geigerin Midori, die vor dreißig Jahren, als Elfjährige, unter Mehtas Leitung bei den New Yorker Philharmonikern debütierte, wird sich den hinreißenden Kantilenen des Violinkonzerts mit seinem temperamentvollen Finale all’ungarese widmen."

 

Quelle: ebenda;

 

Brahms

"Tragische Ouvertüre" d-Moll op. 81

Hindemith

Symphonie "Mathis der Maler"

Brahms

Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77

„Der Fall Hindemith“: Am 12. März 1934 brachte Wilhelm Furtwängler mit den Berliner Philharmonikern die Symphonie „Mathis der Maler“ zur Uraufführung und setzte sich damit für einen Komponisten ein, den die Nazis als „entartet“ gebrandmarkt hatten. Doch das Publikum bejubelte das neue Werk, sehr zum Missvergnügen der braunen Machthaber, die darin ein Votum gegen ihre Kulturpolitik erkennen mussten. Den Protagonisten jedenfalls trug ihr Mut üble Konsequenzen ein: Hindemith blieb zuletzt nur noch der Weg ins Exil, und Furtwängler musste schließlich seine Chefposition vorübergehend niederlegen"

Noch ein Wort zur Akustik:

Die Münchner Philharmonie ist ja doch umstritten bezügl. ihrer Akustischen Eigenschaften. Jetzt sitzte ich also im Block G, Reihe 2 Platz 10 (Kategorie 1, 76 €) und habe den Eindrcuk, dass das Orchester zu leise und auch die Violistin manchmal im Orchester untergeht speziell bei den pionissimo-Passagen. Bei früheren Gelegenheiten saß ich deutlich näher und zentraler am Orchester – und hatte doch ein recht gutes Klangerlebnis!

Zumindest eine sehr gute Platzwahl ist für optimalen Genuß notwendig!

zum Inhalt

Quelle für alle Zitate und Bilder:

http://www.mphil.de/konzerte/2013/02/1539.html?tx_mphilconcerts_mphilcal[saison][0]=2012&tx_mphilconcerts_mphilcal[saison][1]=2013&cHash=6f7ed94f08e14e3b2e519e137c011f47

 

2013 02 13

Brahms:"

Tragische Ouvertüre" d-Moll op . 81

Zur gleichen Zeit wie die "Akademische Fest-Ouvertüre" entstanden, weist die "Tragische Ouvertüre" - ihrem Namen entsprechend - einen völlig konträren Charakter auf. Nicht als Einleitung zu einer bestimmten Tragödie geschrieben, geht es Brahms hier um die Darstellung des Tragischen an sich. Musikalisch verdeutlichen dies düstere Paukenwirbel, dumpfe Motivik in Posaune und Tuba, pochende Akkordschläge und eine immer wieder stockende Rhythmik. Der herb-schmerzliche Ausdruck durchzieht die gesamte Komposition ohne je aufzuhellen - es scheint, als banne Brahms mit der "Tragischen Ouvertüre" die unausweichliche Schicksalsbestimmtheit des Menschen in ein Werk zusammen.

"Mathis der Maler"

Die Symphonie "Mathis der Maler" entstand während Hindemiths Arbeit am gleichnamigen Opernprojekt, welches den Komponisten von 1932 - 1935 beschäftigte. Hindemith hoffte auf eine Uraufführung seines Bühnenwerkes an der Berliner Staatsoper unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler. Dies erwies sich jedoch als problematisch - möglicherweise auf Grund des Opernsujets. Dieses behandelt das Verhältnis zwischen Künstler und Gesellschaft, symbolisch veranschaulicht an der Figur des Malers Matthias Grünewald und dem historischen Umfeld der Bauernkriege. Und so entstand der Plan, aus dem musikalischen Material der Oper heraus ein reines Instrumentalstück zu entwickeln, welches dann für die Oper quasi als Werbeträger fungieren sollte und ihr damit den Weg auf die Bühne bereiten könnte. Zunächst waren vier Sätze konzipiert, quasi als Vorspiele zu den einzelnen Akten. Letztendlich beschränkte sich Hindemith jedoch auf drei Sätze, deren letzter erst zwei Wochen vor der Uraufführung abgeschlossen wurde. Diese fand am 12. März 1934 in Berlin statt. Wilhelm Furtwängler dirigierte die Berliner Philharmoniker.

Brahms

Konzert für Violine..

Das 1878 vollendete Violinkonzert D-Dur op. 77 von Johannes Brahms unterscheidet sich grundlegend von der Tradition des virtuosen Violinkonzerts im 19. Jahrhundert. Nicht die Violine steht im Mittelpunkt des Werkes, sondern der Solist fügt sich in den symphonischen Prozess des Werkes ein. Durch diesen Umstand missfiel es zahlreichen Geigenvirtuosen, die ihre violintechnischen Fähigkeiten in dem Konzert nicht genügend zur Schau gestellt sahen. Der berühmte Geiger Pablo de Sarasate etwa weigerte sich, das Konzert aufzuführen, da es ihm als Zumutung erschien "mit der Geige in der Hand zuzuhören, wie die Oboe dem Publikum die einzige Melodie des ganzen Stücks vorspielt." Nichtsdestotrotz hat sich das Konzert dank des Einsatzes des mit Johannes Brahms befreundeten Geigers Joseph Joachim, der dem Komponisten hinsichtlich der Spielbarkeit des Violinparts zahlreiche Hinweise gab, verhältnismäßig schnell im Konzertsaal durchgesetzt. Unter Geigern gilt es heute als eines der großen "Bs", womit die Violinkonzerte von Bach, Beethoven, Brahms, Berg und Bartók gemeint sind.

Zubin Mehta wurde in 1936 Bombay / Indien geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Nach zwei Semestern Medizinstudium konzentrierte er sich ganz auf die Musik und nahm bei Hans Swarowsky an der Wiener Musikakademie Dirigierunterricht. In der Folge gewann er den Dirigierwettbewerb von Liverpool und den Koussewitzky-Wettbewerb in Tanglewood.

 

Im Alter von 25 Jahren hatte er bereits die Wiener und Berliner Philharmoniker dirigiert; außerdem war er Music Director des Montreal Symphony Orchestra (1961-1967) und des Los Angeles Philharmonic Orchestra (1962-1978). 1977 wurde Zubin Mehta Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra, das ihn 1981 zum Music Director auf Lebenszeit ernannte. 1978 wurde er Music Director des New York Philharmonic Orchestra, dem er 13 Jahre vorstand, und 1985 des Musikfestivals "Maggio Musicale di Firenze", wo er regelmäßig Opernproduktionen und Konzerte dirigiert.

 

Sein Debüt als Operndirigent hatte Zubin Mehta bereits 1964 in Montreal gegeben; seitdem dirigierte er u. a. an der Metropolitan Opera New York, an der Wiener Staatsoper, am Londoner Royal Opera House Covent Garden, am Mailänder Teatro alla Scala und bei den Salzburger Festspielen. 1998 bis 2006 war er Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, deren Ehrenmitglied er heute ist.

 

Zubin Mehta trägt den "Arthur Nikisch-Ring" und den Ehrenring der Wiener Philharmoniker. In Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste um die Münchner Philharmoniker ernannte ihn das Orchester 2004 zum ersten Ehrendirigenten in seiner Geschichte.

 

Quelle: http://www.mphil.de/personen/zubin-mehta.html

2013 02 12