Così fan tutte

Quelle: ebda; Staatstheater, 2013 10
Quelle: ebda; Staatstheater, 2013 10

Wolfgang Amadeus Mozart
Lorenzo da Ponte

So machen's nicht alle. "Diese" Così ist ein Juwel des Mozart-Repertoires an der Bayerischen Staatsoper! Die Produktion von Dieter Dorn zeigt sehr klar und sehr deutlich die bitterböse Geschichte von Partnertausch und Partnertäuschung zweier Paare.

Eine ausführliche Beschreibung findet man auch unter Wikipedia:

Wikipedia: Cosi fan tutte

 

Staatsoper, Web, ebda
Staatsoper, Web, ebda

Meine Meinung:  Beliebigkeit

 

Das ist vielleicht das, was eine ganz große Bühne und eine große Inszenierung ausmacht. Hier in München paßt das Ambiente im Nationaltheater hervorragend zu Mozart, das Orchester ist perfekt und gut – das Bühnenbild, schnörkellos hell, dem Beobachter entsteht der Eindruck eines großen, nach hinten perspektivisch verjüngten Raumes, nur wenige Stühle, ein Tisch genügen aus Ausstattung; selbst die mal blau mal weiß angestrahlte Beton-Rückwand paßt zur hellen Ausstattung; die beiden dargestellten Schwestern sind kräftig in Charakter und Gesang – stimmig sowohl in der dahin schmelzenden Liebe als auch im Wehklagen; Don Alfonso spielt hervorragend – nur die beiden Liebhaber Ferrando und Guglielmo sind für mich zu dünn im Gesang; im Ausdruck geraten sie durch die Garderobe zum reinen Popanz – die „albanischen Ritter“ kommen eingewickelt in Decken mit Turbanen aus Seide und dunklen Sonnenbrillen mit dümmlichen Gesichts- Ausdruck.  

Beliebigkeit – eben – das hätte überall und immer gespielt werden können, die nächsten 10 Jahre noch. Wo ist da die Adaption zum Jetzt (die Inszenierung ist ja im Wesentlichen gelungen und modern gestaltet) Hier hat genau die entscheidende Idee fehlt – das, was mich im Hannover immer überrascht und dann auch neugierig gemacht hat!

19.00 - ca. 22.35 Uhr
Dauer: 3 Stunden 30 Minuten (1 Pause)

 

Besetzung
Musikalische Leitung Mark Wigglesworth
Inszenierung Dieter Dorn
Bühne und Kostüme Jürgen Rose
Licht Max Keller
Chor Sören Eckhoff

Fiordiligi Malin Byström
Dorabella Angela Brower
Guglielmo Alessio Arduini
Ferrando Paolo Fanale
Despina Laura Tatulescu
Don Alfonso Luca Tittoto

"1. Akt

Don Alfonso, zynisch veranlagter Philosophentyp der Aufklärungsepoche, fühlt sich herausgefordert durch die Offiziere Ferrando und Guglielmo: Sie preisen für seinen Geschmack zu überschwänglich die Schönheit, vor allem aber die Treue ihrer Verlobten, der Schwestern Dorabella und Fiordiligi. Alfonso ist grundsätzlich skeptisch, was weibliche Treue betrifft. Deshalb schlägt er den heftig protestierenden Freunden eine Wette um hundert Zechinen vor: Innerhalb eines Tages soll die Treue der jungen Frauen auf die Probe gestellt werden. Ferrando und Guglielmo gehen auf den Handel ein. Sie versprechen, Alfonsos Anweisungen bedingungslos zu folgen. Bleiben die Verlobten standhaft, so sind die jungen Männer die Gewinner.

Dorabella und Fiordiligi erwarten ihre Verlobten. An ihrer Stelle erscheint Alfonso mit der Hiobsbotschaft, die beiden Offiziere müssten unverzüglich in den Krieg ziehen. Mit großem, von den Männern gespieltem, von den Damen tief empfundenem Trennungsschmerz nehmen die Paare Abschied voneinander.

Durch Bezahlung sichert sich Don Alfonso die tätige Hilfe der Kammerzofe Despina, der Bediensteten der beiden Damen. Sie soll Ferrando und Guglielmo, verkleidet als reiche Albaner, bei den Damen einführen. Die Fremden bestürmen unerkannt die eigenen Geliebten mit frechen Anträgen, wobei sie ihre anverlobten Bräute auswechseln. Sie werden entrüstet von diesen zurückgewiesen. Die Freunde wollen bereits triumphieren. Aber Alfonso erinnert sie an den Handel, dessen Frist noch nicht abgelaufen ist. So gehen die Männer zum erneuten Angriff über und täuschen einen Selbstmordversuch aus enttäuschter Liebe vor. In den Damen beginnt sich Mitleid zu regen. Despina, als Arzt verkleidet, erweckt die Scheintoten zu neuem Leben. Die starten erneut einen stürmischen Angriff. Daraufhin entfliehen die Damen verwirrt.


 


2. Akt

Despina, mit Alfonso mittlerweile im besten Einvernehmen, wirbt bei ihren Damen für die fremden Liebhaber. Dorabella und Fiordiligi entschließen sich nach langem Geziere, nur zum Spaß auf einen Flirt einzugehen. Schneller als zu erwarten erliegt Dorabella dem Werben Guglielmos. Fiordiligi hingegen kämpft verzweifelt um ihre Standfestigkeit. Die Freundschaft zwischen den jungen Männern erfährt einen ersten gefährlichen Riss.

Fiordiligi beschließt ­ gleichsam als heilsame Gegenmaßnahme gegen alle Anfechtungen, ihrem Verlobten ins Feld nachzureisen. Als Ferrando ihr plötzlich nochmals entgegentritt, wird sie schwankend und nachgiebig: Sie kann seinen Liebesschwüren nicht länger widerstehen.

Den enttäuschten Freunden hält der Sieger Don Alfonso seine zynische Lebensphilosophie entgegen: Così fan tutte ­ so machen es alle.

Die Hochzeit der beiden neuen Paare wird eilends vorbereitet. Despina tritt, in neuer Verkleidung, als Notar auf. Mitten in dieTrauungszeremonie platzen die aus dem Krieg zurückkehrenden alten Geliebten Ferrando und Guglielmo. Es gibt Enttäuschung und Vorwürfe gegen die Damen auf Seiten der Männer, Schuldgefühle, Scham und Reue bei den Damen. Alfonso deckt das von ihm angezettelte Spiel auf und mahnt zur Versöhnung. Inmitten der Katzenjammer­Stimmung will sich keiner seinem Vorschlag entziehen. Die Paare akzeptieren die Versöhnung als die immer noch beste aller denkbaren Lösungen.

© Bayerische Staatsoper"

 

Quelle: http://www.bayerische.staatsoper.de/885-ZG9tPWRvbTEmaWQ9MzImbD1kZSZ0ZXJtaW49MTI5ODc-~spielplan~oper~veranstaltungen~inhalt.html; 28.10.13