DoX Memorial Big Band und Gäste bei der 26. Immenstaader Jazznight

Dass dem Jazz eine ganze Nacht gewidmet wird, ist ja hier in unserer Region nicht so üblich. Immenstaad macht das nun wohl schon zum 26.ten Mal. Aber offensichtlich kommt das hier bestens an. Eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn ist der Saal schon sehr gut gefüllt. Nur mit Mühe bekommen wir noch Sitzplätze... und dann ist der Saal restlos belegt.

Wir freuen uns auf die DoX Memorial Big Band und Frontfrau Dagmar Egger. Diesmal sind die Stücke aus dem Great American Songbook - leicht und beschwingt arrangiert - leichter als zuletzt auf der eigenen CD von vor einem Jahr. Spätestens bei "Cheek to Cheek" (Irvin Berlin, 1935) ist das Publikum gefangen.

Nach einer kleinen Pause wird ein besonderes BonBon versprochen: die "SeeSisters". Siggi Juhas, Dagmar Egger und Janine Firges von Ars-Vivende im 40Jahre-Stil gekleidet, bringen die "Andrew Sisters" an den See. Kein Wunder, daß das Publikum begeistert nach Zugabe ruft: „Bei mir bist Du scheen“- da summt und swingt jeder irgendwie mit! Gesanglich als Trio bestens aufeinander abgestimmt, vielleicht insgesamt etwas zu schnell arrangiert, kommt hier bester Swing! Die Stimmen müssen auch nicht gegen die starke Band ankämpfen - hervorragend abgestimmt durch Hartmun Heinzelmann! Bravo!

 

Jund jetzt kommt ein modernes Quintett. Wie soll das gegen den beschwingten Sound der 40er Jahre ankommen. Es gelingt - dank auch des fachkundigen und interessierten Publikums, das diesen großen Sprung mitmacht. Das Christian Meyers Quintett stellt seine aktuelle CD vor.

Besonders stark ist der Part rund um das Klavier: zusammen mit  Bass und  Schlagzeug werden hier die spannendsten Passagen angeboten. Trompete und Sax (aus der SWR Big Band) sind zu repetativ, zu wenig mitreißend - kreativ. Das Quintett erreichte erst mit dem letzten Stück den Höhepunkt. (So soll es ja eigentlich auch sein!).

 

Auf jeden fall geht es beschwingt nach hause...

 

 

Die Schwäbisch eZeitung hat einen sehr positiv und detaillierten Bericht veröffentlich, auf den ich an dieser Stelle sehr gern verweisen möchte (auch solche Berichterstattung fehlt bei uns!)

 

"IMMENSTAAD hke Eine wunderbare lange Nacht des Jazz haben der Heimatverein, die Do X Memorial Big Band, The See Sisters und Christian Meyers Quintet am Freitagabend ihrem Publikum im Bürgersaal des Rathauses beschert.

Das Programm startete die Do X Memorial Big Band unter der Leitung ihres Bassisten Hartmut Heinzelmann mächtig mit „A Few Good Men“ von der Gordon Goodwin Big Phat Band und „‘S Wonderful“ von George Gershwin mit der großartigen Stimme von Dagmar Egger. „Mazatlan“ brachte mexikanische Samba-Atmosphäre, „Cheek to Cheek“ einen Hauch Hollywood der 30er-Jahre in den Saal. „I left my Heart in San Franscisco“ und die Stimme von Dagmar Egger übertrugen melancholische Gelassenheit.

Das Publikum bejubelte die Bigband nach „Count Bubba“ für die phantastischen Solisten und großartigen Sätze. Augen schließen konnte man gleich anschließend bei der gefühlvollen Ballade „Bewitched“ mit Dagmar Egger – Ella Fitzgerald ließ grüßen. Überzeugend buchstabierte die sympathische Sängerin auch die klassische Swing-Nummer „L.O.V.E“. Den Groove der 70er-Jahre brachte die Bigband mit „Cold Duck Time“ auf die Bühne – und hatte sichtlich selbst Spaß dabei.

Helga Bauer und Reinhard König, Vorsitzende des Heimatvereins, hatten ein „Überraschungspaket mit Gesang, Humor und Esprit“ für den zweiten Teil des Abends versprochen – was dann als Premiere auf die Bühne trat, verursachte große Augen sowohl beim männlichen als auch beim weiblichen Publikum: „The See Sisters“. Wie von der Kino-Leinwand der 30er- und 40er-Jahre gehüpft eroberten Siggi Juhas aus Markdorf, Dagmar Egger und Janine Firges, beide aus Konstanz, die Ohren und Herzen ihrer Zuhörer vom ersten Akkord an. Den eigens von Bandleader Hartmut Heinzelmann für diese Besetzung originell arrangierten Stücken setzten sie mit glamourösen Outfit und witziger Choreografie ihr i-Tüpfelchen auf.

„Diamonds are a Girl’s Best Friend“, „Jeepers Creepers“, „I will survive“ und „Hollywood“ von den Puppini Sisters - das Publikum war außer sich. Als Zugabe kam „Bei mir bist Du scheen“ und, weil es so schön war, noch etwas aus dem ersten Auftritt. Das Publikum war sicher, bei der Geburtsstunde eines neuen erfolgversprechenden Ensembles dabei gewesen zu sein.

Ein weiterer, sensationeller Kontrast erwartete die Jazzfans bei der dritten Band: Christian Meyers Quintett. Der langjährige Workshop-Dozent der Do X Memorial Big Band brachte einige Koryphäen der Stuttgarter Jazz-Szene mit: Andi Maile, Saxophonist in der SWR Bigband, Ull Möck, Piano, Eckhard Stromer, Schlagzeug, und Jens Loh am Bass, aufgewachsen in Markdorf.

Hochkarätig wie die Musiker war auch das Programm: der Schwerpunkt lag auf der aktuellen CD „East Autumn“ mit spannenden, energiegeladenen Eigenkompositionen. „Unglaublich, einfach cool“, war aus dem Publikum zu hören."

 

Quelle:

Schwäbische Zeitung;  online

http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Lange-Nacht-des-Jazz-begeistert-Zuhoerer-_arid,10015121.html

20.5.2014