Faszination Kreuzfahrt-Schiffe - die Hamburger Cruise Days

Hamburg hat 2 Groß-Ereignisse im Hafen: den Hafengeburtstag, der jährlich gefeiert wird - und die Cruise Days: mehrere Kreuzfahrt-Schiffe treffen sich in Hamburg zur großen Parade. Hier in Hamburg kommen pro Jahr 160 und mehr dieser schwimmenden Hotels an - und damit mehr als 500 000 Reisende - aber gleich 4 zusammen sind  eine organisatorische Leistung.

Und wir sind mit unserer Fahrgastschiff MS Commodore mitten drin zwischen diesen Pötten, dem blau illuminierten Hafen und einem großen Feuerwerk


Alex ist noch ziemlich steif - ihr gefällt das Fliegen einfach nicht. Aber mit Intersky kommen wir pünktlich in Hamburg an. Dank unserer Hamburg CARD sind wir auch sofort reisefähig und nach gut 30 min vor unserem Hotel in Altstadt-Nähe. Toll, es ist gerade 50m von der Ubahn weg. Das Zimmer ist anständig, hinreichend groß und die Betten bequem. 

 

Ja - wir müssen noch was Essen: also wieder zurück in die UBahn und ab zum Jungfernstieg. Hier gibt's bestimmt was. Lautes bum bum bum empfängt uns:  die Straße ist gesperrt; eine riesen Partymeile aufgemacht. Es ist der Vorabend zur Christopher Street Parade!

Gut, daß wir ein Lokal in Erinnerung haben: ja, der Friesenkeller, gleich bei der Kleinen Alster um's Eck. Es geht 10 Stufen hinab  und auf die schwimmende Terasse. Das Bum Bum kommt nur noch gedämpft an. Jetzt  genießen wir diesen herrlich lauen Abend bei Pannfisch, Friesenteller und einem frischen Jever!

 

Samstag:

Das Frühstück ist umfassend - nun ja, die Brötchen sind etwas hart und die Wurstauswahl nicht optimal... sonst ist aber alles Bestens!

Ab in die Fußgängerzone zum Einkaufen! Irgendwie finden wir heute beide was:  Alex Hose und Bluse, ich ein paar Hemden. Und das Bummeln macht hungrig. Klar - mitten in die Fußgängerzone zum Fischlokal Wischer - hier gibt es die richtige Stärkung. Man spürt den Tag schon in den Beinen... ganz zufällig finden wir uns beim Heimweg  mitten in der Christopher Street Parade wieder. Schrille Typen sind auf der Straße - ja, wenn's Spaß macht.

Kurz Frischmachen im Hotel - sollen wir Regenjacke mitnehmen? - nein! - Strickjacke reicht auch und schon sind wir wieder unterwegs. Mehrer Bühnen, Bratwurststände, Werbestände der Reeder sind links und rechts der Übersee-Brücke. Wir entscheiden  uns für links in die Speicherstadt und kommen so bis zum Kreuzfahr-Terminal (in der neuen HafenCity). Hier werden gerade die neuen Gäste für die Deutschland und die Aida eingecheckt: mit LiveMusik ! Ganz schon viel los - Busse und Autos liefern Gäste an, Sprinter bringen Koffer um Koffer. So ist es beim An-Bord-Gehen wohl schon immer zugegangen.


Pünktl. um 19:30 stehen wir wieder an der Landungsbrücke. Unser Schiff macht gerade fest - und Alex schafft es, unter den Ersten an Bord zu sein. So bekommen wir auf dem Oberdeck Sitzplätze (fast) ganz vorn am Bug mit perfektem Ausblick.

Für Feuerwerk und Parade ist es noch zu früh! Unser Kapitän fährt elbabwärts und macht eine kleine Rundfahrt. Sein Conférencier unterhält uns mit lustigen Sprüchen und interessanten Details zum Hafen und zu den Containerschiffen, die gerade beladen werden.

Schon auf dem Rückweg elbaufwärts bis hin zur Elbphilharmonie wird der Verkehr immer dichter. Dutzend kleinerer Boote  haben sich versammelt und schippern dem Großereignis entgegen: alte dampfbetriebene Eisbrecher, ausgemusterte Fähren, viele Segler und private Yachten - schon jetzt ein beeindruckendes Bild. Von der HafenCity her sieht man schon die Silhouette der Kreuzfahrt-Schiffe. Und dann kommen sie!

Auf Höhe der Überseebrücke wird jedes Schiff mit einem eigenen kleinen Feuerwerk und einem Laserschriftzug an der Werfthalle auf der gegenüberliegenden Flußseite begrüßt - das Schiff gibt Signal: ein-, zweimal geht ein tiefes, langgezogenes Röhren durch den Hafen und die Stadt.

Die MS Europa (Hapaq Loyd) eröffnet den Reigen, dann die mächtige Aida und mindestens gleich groß die MSC Magnifica. An der sind wir ganz nah dran. Passagiere winken vom 30 Stock? So hoch wirkt es auf jeden Fall. Mittschiffs haben diese Schiffe ein gläsernes Promenadendeck. Man sieht Palmen, Restaurants, Lichter.

Dann kommt das "Traumschiff", die MS Deutschland. Oh - ist die putzig - kein im Vergleich zu den Riesen-Pötten. Jetzt ist es richtig dunkel, der ganze Hafen ist in blaues Licht getaucht - auch die Schiffe haben sich entsprechend illuminiert.... gemeinsam ziehen wir elbabwärts bis zu den St. Pauli Landungsbrücken und noch ein Stück drüber hinaus.

Ganz zum Schluß kommt noch die Cap San Diego - der Museums-Frachter hier aus dem Hafen. Vor 2 Jahren hat mir der Maschinist noch im Bauch des Schiffes erklärt, wie sie das Schweröl vorheizen müssen, um den Schiffsmotor in Gang setzten zu können!

Ganz beeindruckt von dieser Parade gehen wir gegen 23:00 Uhr an Land. Es ist immer noch herrlich warm - und was uns gar nicht bewußt war: 10 000 Leute haben hier die Parade an Land verfolgt.

Und die wollen jetzt alle Heim. Die Aufgänge zur Hochbahn sind überfüllt, zeitweise gesperrt. Irgendwo eine Kneipe, einen Getränkestand mit einem freien Plätzchen zu finden: unmöglich.

Als Lösung fällt uns nur ein: fahr in die entgegengesetzte Richtung, steige 2 mal um - und kommt dann auch am Hotel an. Aber der kurze Trip in der Ubahn war die Hölle: randvoll mit Menschen und kein Molekül Sauerstoff. Man - war das heiß und schwül. Aber wie gesagt - nach dem Umsteigen war alles ok. Und so sind wir dann einfach an der Hotelbar gelandet und haben dort entspannt diesen Abend ausklingen lassen.

Der Tag war einfach genial: tolles Wetter, tolle Menschen, tolle Paraden! und unheimlich viele Eindrücke von der Waterkant!

 

Sonntag