Schubert und Bruckner in der Münchner Philharmonie ([MPHIL]

Die Münchner Philharmoniker spielen unter der Leitung Asher Fischs Schuberts Symphonie Nr. 5 B-Dur und Bruckners Symphonie Nr. 7 in E-Dur.  Im Block B, Reihe 5 bin ich wieder ganz nah dabei.

Schubert wirkt ein wenig farblos - doch Brucker paßt zu diesem Orchester und zu diesem Haus!

 

 

Die erste Hälfte des Konzerts dauert gerade 34 Minuten. Mit kleinem Orchester wird Schubert aufgeführt. Eine gewisse Anspannung ist dem Orchester als auch dem Dirigenten anzumerken. Die Erste Geige gibt mit dem Schuh laut den Takt mit an - grober Schnitzer! Auch sonst sieht man die Anspannung in Bewegung und Sitzhaltung.

Die Symphonie wird technisch vollendet gespielt -  doch irgendwie springt der Funke nicht über, die Musik verliert sich im Saal.

 

Ganz anders Bruckner. Jetzt ist das Orchester mit Schlagzeug, Pauken und Trompeten ausgestattet - nahezu in voller Besetzung. Orchester und Dirigent finden zusammen. Die ganz eigene Dynamik und Bandbreite von Brucker, von überraschend zarten Tönen bis zum vollen Klangumfang des Orchesters ziehen einen Spannungsbogen auf, der während der ganzen 2ten Hälfte erhalten bleibt. Im Programmheft it nachzulesen, daß bei der ersten Aufführung in Wien nach jedem Satz dem KOmponisten Beifall gezollt wurde... auch heute hatte man den Eindruck, man würde gern Beifall spenden - nur tut man das wohl nicht zwischen den Sätzen. Schade! Das wäre verdienter Lohn gewesen.

 

Der stattliche Dirigend Asher Fisch führt das Orchester souverän - allerdings mit viel zu heftiger Gestik. Das Cello ersticht er geradezu mit seinem Dirgentenstab, tänzelt  auf seinem Podium um dann wieder stramme Haltung anzunehmen. Die Körpersprache drückt auch hier die Anspannung aus - erlösend sicher der begeisterte und verdiente Applaus durch das Münchner Publikum - schließlich steh tAsher Fisch als Gastdirigent einer ganz besonderen Aufgabe gegenüber: das Orchester ist nach dem überraschendne Tod von Lorin Maazel ohne Führung!