Münchner Philharmoniker unter P. Inkinen mit Chopin und Sibelius

Das Fehlen von Lorin Mazel müssen die Münchner Philharmoniker mit „Gast“-Dirigenten überbrücken. Gut,  daß dabei ein Schwerpunkt auf moderne Komponisten erhalten bleibt. Der finnische Dirigent Pietari Inkinen beginnt mit Messiaen. Die drei Sätze gehen unmittelbar ineinander über - schwierig für das Publikum, der hier wohl weniger bekannten Komposition zu folgen. Der Start war etwas zu hastig.

Doch mit William Youn am Klavier steigert sich Solist, Dirigent und Orchester zu einem eindrucksvollen Klangkörper. Technischer Brillanz und Harmonie bestimmen diesen Abschnitt, was vom Publikum auch mit entsprechendem Applaus honoriert wird. Der zufriedene Blickwechsel zwischen Dirigent und Erster Geige bestätigt den erlösenden Erfolg.

Nach der Pause steht Jean Sibelius auf dem Programm. Der Wechsel vom Altmeister Chopin zum modernen finnischen Komponisten gelingt. Die Philharmoniker spielen  gekonnt auf und übertragen die Symphonie in all ihren modernen Klangfarben und Facetten zum Publikum.


Olivier Messiaen

„Les Offrandes oubliées“ (Die vergessenen Gaben Gottes) Méditation symphonique pour orchestre

1. „La Croix“ (Das Kreuz): Très lent, douloureux, profondément triste
2. „Le Péché“ (Die Sünde): Vif, féroce, désespéré, haletant
3. „L’Eucharistie“ (Die Eucharistie): Extrêmement lent, avec une grande pitié et un grand amour

Frédéric Chopin

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op. 11

1. Allegro maestoso, risoluto | 2. Romanze: Larghetto | 3. Rondo: Vivace

Jean Sibelius

Symphonie Nr. 1 e-Moll op. 39

1. Andante, ma non troppo – Allegro energico
2. Andante, ma non troppo lento
3. Scherzo: Allegro – Trio: Lento
4. Finale (quasi una fantasia): Largamente et appassionato – Allegro molto

Pietari Inkinen, Dirigent William Youn, Klavier 


Quelle: Programmheft zur Veranstaltung: Münchner Philharmoniker, Dez 2014


Weitere Details sind dem ausführlichen Programmheft zu entnehmen!

"Von religiöser Reinheit und Verklärung

Olivier Messiaen

(1908–1992)

„Les Offrandes oubliées“
(Die vergessenen Gaben Gottes) Méditation symphonique pour orchestre

1. „La Croix“ (Das Kreuz):
Très lent, douloureux, profondément triste

2. „Le Péché“ (Die Sünde):
Vif, féroce, désespéré, haletant

3. „L’Eucharistie“ (Die Eucharistie): Extrêmement lent, avec une grande pitié et un grand amour

Martin Demmler

Lebensdaten des Komponisten

Geboren am 10. Dezember 1908 in Avignon; gestorben am 27. April 1992 in Paris.

Entstehung

„Les Offrandes oubliées“ (Die vergessenen Gaben Gottes) entstanden 1930 in Fuligny / Frankreich als erstes öffentlich aufgeführtes und publiziertes Orchesterwerk Olivier Messiaens, der ihm den Untertitel „Symphonische Medita- tion“ gab; formal lehnt es sich laut Messiaen an die Dreiteiligkeit eines mittelalterlichen Altar- Triptychons an, behandelt die Themen „Das Kreuz“, „Die Sünde“ und „Die Eucharistie“ und preist die göttliche Mildtätigkeit.

Uraufführung

Am 19. Februar 1931 in Paris im Théâtre des Champs-Élysées (Orchester der „Concerts Stra- ram“ unter Leitung von Walter Straram)."


Quelle: Programmheft zur Veranstaltung: Münchner Philharmoniker, Dez 2014


"„Heiter und tief wie ein Nachmittag im Oktober“

Tilman Dost 

Frédéric Chopin

(1810–1849)

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op. 11

1. Allegro maestoso, risoluto 2. Romanze: Larghetto
3. Rondo: Vivace

Entstehung

Die beiden Klavierkonzerte Frédéric Chopins entstanden kurz hintereinander in Warschau: Das e-Moll-Konzert, komponiert zwischen Ap- ril und August 1830, gilt als erstes der beiden Konzerte, weil es vor seinem Schwesterwerk zur Drucklegung gelangte. In Wahrheit wurde es aber erst nach dem 1829 entstandenen f- Moll-Konzert komponiert, das bereits im März 1830 der Öffentlichkeit präsentiert worden war.

Widmung

„À Monsieur Fr. Kalkbrenner“; Friedrich Kalk- brenner gewidmet (1785-1849), den Chopin in Paris als einen der gefeiertsten Pianisten sei- ner Zeit kennen und schätzen gelernt hatte.

Uraufführung

Am 11. Oktober 1830 in Warschau / Polen im Nationaltheater (Orchester des Warschauer Na- tionaltheaters unter Leitung von Evasio Carlo Soliva, Solist: Frédéric Chopin); dieser ersten öffentlichen Aufführung, Chopins letztem War- schauer Auftritt vor seiner Abreise aus Polen in Richtung Wien, München, Stuttgart und Paris, war eine private Voraufführung am 22. Septem- ber 1830 vor geladenen Gästen vorausgegan- gen.

Lebensdaten des Komponisten

Geboren nach eigenen Angaben am 1. März 1810 in Zelazowa-Wola westlich von Warschau (nach der Taufurkunde aber bereits am 22. Februar 1810); gestorben am 17. Oktober 1849 in Paris." 

Quelle: Programmheft zur Veranstaltung: Münchner Philharmoniker, Dez 2014


Zyklische Einheit, getragenes Pathos

Michael Kube


Jean Sibelius

(1865–1957)
Symphonie Nr. 1 e-Moll op. 39

1. Andante, ma non troppo – Allegro energico 2. Andante, ma non troppo lento
3. Scherzo: Allegro – Trio: Lento
4. Finale (quasi una fantasia): Largamente et

appassionato – Allegro molto


Lebensdaten des Komponisten

Geboren am 8. Dezember 1865 in Hämeenlinna bei Tavastehus / Finnland; gestorben am 20. Sep- tember 1957 in Järvenpää bei Helsinki / Finn- land.

 

Entstehung

Die erste Fassung von Jean Sibelius’ früher e-Moll-Symphonie entstand zwischen April 1898 und Frühjahr 1899 in Berlin, Helsinki und Kerava. Von dieser Werkgestalt haben sich aber außer ein paar Skizzen nur wenige Partitursei- ten innerhalb des Entwurfs zu ihrer zweiten und endgültigen Fassung erhalten. Diese Fassung, nun mit einer langsamen Einleitung zum Kopf- satz, stellte Sibelius im Frühjahr 1900 fertig – angeblich in drei Tagen und zwei Nächten.

Uraufführung

Erste Fassung: Am 26. April 1899 in Helsinki / Finnland im Festsaal der Universität Helsinki (Orchester der Philharmonischen Gesellschaft Helsinki unter Leitung von Jean Sibelius); Si- belius dirigierte an diesem Abend ausschließ- lich eigene Werke: neben seiner 1. Symphonie die Orchesterfassung der Ballade „Die Wald- nymphe“ op. 15 und den politisch motivierten „Gesang der Athener“ op. 31/3. Zweite Fassung: Am 1. Juli 1900 ebenfalls in Helsinki und wie- derum im Festsaal der Universität Helsinki (Or- chester der Philharmonischen Gesellschaft Hel- sinki, diesmal unter Leitung von Robert Kajanus); das Konzert wurde anschließend im Rahmen der Pariser Weltausstellung vor einem interna- tionalen Publikum wiederholt. 


Quelle: Programmheft zur Veranstaltung: Münchner Philharmoniker, Dez 2014