Münchener Philharmoniker: Christoph Eschenbach dirigiert Bruckners 9te

Christoph Eschenbach - der Asket, der Xen-Meister unter den Dirigenten? Er wagt sich an eine 2014er Komposition von Wolfgang Rihm. Die 9te von Bruckner ist kein Wagnis - sondern ästetischer Hörgenuss bester Güte.
Wolfgang Rihm ist sicher einer der aktuellsten Komponisten. Gerade feiert seine Oper in Stuttgart grosse Erfolge.
Zur Aufführung kommt ein Austragswerk für die Salzburger Festspiele 2014. Für mich klingt es wie ein schnell hingeschludertes Stück - es ist eine Aneinanderreihung von kurze Klangsequenzen - nur wenige deuten moderne Klangerfahrungen und Möglichkeiten eines grossen Orchesters an. Auch Experimentelle Orchesterwerke sollte einen roten Faden haben.
Die Philharmoniker bedanken sich mit Bach! War das jetzt eine Verhöhnung und der Hinweis an den anwesenden Komponisten: der Weg zum wagren Meister ist unendlich lang?
Nach der Pause zeigen Orchester und Dirigent ihr wahres Können. münchen ist ja ganz bestimmt eine Bruckner-Hochburg. Zum einen zeigt Brucker in diesem letzten Werk seine gewaltige Schaffenskraft. Witz, Klangfülle, Kontraste auf allen Ebenen und Registern machen diese Partitur so hörenswert.
Sehenswert ist Christoph Eschenbach - das wäre meine Empfehlung als Chefdirigent in München: kein Ton verlässt ein Instrument ohne Anweisung des Maestros. Sei es der kleine Finger, mal die erhobene Faust die das ganze Orchester mobilisiert... Irre wie er mit asketisch-ausdrucksvoller Gestig und Blick die Mannschaft steuert.

Ein wirklich sehens- und hörenswerter Abend. Dank an Hr. Eschenbach und das moderne Münchner Orchester!
Wolfgang Rihm
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2
Christipoh Eschenbach, Dirigent
Tzimon Barto, Klavier

Anton Bruckner
Symphonie Nr. 9 d- Moll
Christoph Eschenbach, Dirigent