Bruckner in München - Gergiev dirigiert die Münchner Philharmoniker

Es ist das zweite grandiose Jahresabschluss- Konzert.  Die Münchner Philharmoniker unter Gergiev bringen R. Strauss und Bruckner zur Aufführung.

Die erste Hälfte des Konzerts ist Überschrieben mit "Also sprach Zarathustra". Gemeinhin unbekannt ist die direkte Verbindung zu F. Nietsche. Diese Tondichtung ist durch die markante Anfangssequenz überaus bekannt... Z.B. Stanley Kubriks "2001 Odysee im Weltraum"!
Das Orchester wirkt noch etwas müde - irgendwie fehlt der Funke von Dirigent zum Orchester zum Publikum. Der Vortrag ist perfekt - aber irgendwie springt der Funke nicht über -  "farblos" würde man diesen Vortrag bezeichnen wollen.
Nach der Pause jetzt Teil 2: Bruckners 9te Synphonie - die sicher zu den top ten der Klassik- Welt zählt. Hier ist auf einmal Spannung beim Orchester, (Körper-) Spannung beim Dirigenten als sichtbares Merkmal. Gergiev hält sich die linke Körperseite, sitzt jetzt auf einem Barhocker am Pult - angeschlagen?
Hier kann das Müncher Orchester sein Können voll ausspielen. Ich habe die Mphil schon in einem früheren Blog gelobt - hier bewahrheitet es sich. Die extreme Dynamik und das grossartige Volumen, das diese Komposition verlangt, wird hier grandios wiedergegen. Gergiev versteht es, einen enormen Spannungsbogen auszubauen. Schon zu Beginn des Konzerts lässt der Maistro ein klein wenig länger auf sich warten als üblich.: schon vor "Zarathistra" hat man den Eindruck, das Publikum hält die Wartezeit nicht aus und klatscht den Dirigenten auf die Bühne... Gleiches natürlich zu Beginn der 2ten Hälfte. Dieses Spiel treibt Gergiev weiter. Auch die "Kunst"-Pausen in Bruckners Synphonie hält er einen Tick länger als notwendig. Der Spannungsbogen springt über. Nahezu "gierig" warten das Publikum mit angehaltenem  Atem auf den nachfolgenden Takt. Jetzt sind Dirigent und Orchester eine Einheit. Absolut perfekt spielen sie die dynamischen Klangfolgen Bruckners. Es ist still im Gasteig.
Der ultimative Moment: der 3te Satz ist zu Ende. Dirigent und Orchester verharren ist der allerletzen Spielpose.... Das Publikum wagt nicht zu Atmen. Erst nach gefühlt 1 Minute entlässt Giergiev das Publikum und verneigt sich vor dem Auditorium. Irre wie die Spannung abfällt und sich in tosenden Applaus für eine überaus hörenswerte Aufführung niedeschlägt.
Was bleibt: ein sagenhaftes Inneres Gefühl grosser Befriedigung und Ergriffenheit nach dieser ausserordentlichen Vorführung.