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Die Räuber von F. Schiller im Resi, München

Oh war das anstrengend. Links 2 Geigen, rechts vom Bühnenrand 1 Kesselpauke und ein E-Bass. Abwechselnd, manchmal vereint, im Stakte ätzend, begleiten Sie die Wanderung der Helden mal mehr oder weniger aufdringlich.

Das Bühnenbild, überdimensionale Laufrollen habe ich schon in Frankfurt gesehen (also kalter Kaffee). Hier nochmals das gleich - langweilig. Und es passirt 3 h nichts anderes, als die Protagonisten laufen, laufen, laufen, mal runter, mal rauf, 

 

Nun gut, Franz und Karl kommen auch vor. Der Vater und der ältere Bruder zerbrechen an den Intrigen des jüngeren.

Mordend, plündern zieht der Ältere, weil verstoßen, durch die Lande; laut "Freiheit" fordern - Freiheit für was und von wem. Dass es am Schluss noch um die Liebschaft des älteren Bruders geht, die sich der Junge einfach nimmt - hätte man sich sparen können.

 

Sie streift sich das Kleid von den Schultern - darunter hautfarbene Wäsche... in anderen Theatern hätte man sich das nicht getraut.

Es gibt keine Provokation, kein Gegenwartsbezug, nichts forderndes... nur die ätzende Begleitmusik.

Nettes Detail am Rande: um 21:00 fällt der schwere Bühnenvorhang, kurzer Applaus, alles springt auf. Ich denke: hurra, endlich aus! Hole bei der offensichtlich verwunderten Garderobenfrau meine Jacke und will das Theater verlassen. Warum stehen aber soviel Leute an der Bar? Es ist nur Pause. Die Garderobenfrau nickt verständnisvoll: der Schiller hast halt lang gemacht!