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"Caberet" das Musical im Deutschen Theater München

2011 haben wir das Musical schon einmal gesehen.

Diesmal in englischer Sprache und einer Originalinszenierung.

Der Inhalt war gut zu verstehen, die Stimmen gut und die Inszenierung gmit viel Show für ein Tournee-Theater gedacht. Ich fand die Version vor vielen Jahren intensiver - näher an der Seele der handelnden Personen. Die aufziehende NS-Zeit verhindert die Ehe zwischen dem jüdischen Obsthändler und der Vermieterin, zerstört die Zukunft von Sally und dem amerikanischen Schriftsteller.

Obwohl am ende des ersten Akts mit marzialischem Liedgut und dem Hitlergruß die Szene beendet wird, kommt die Auswirkung auf die Einzelnen nicht mehr recht zur Geltung.

Insgesamt ein gelundener Abend. Wir sind ganz vorne am Bistro-Tisch und können den Schauspielern direkt in die äugen sehen. Etwas hart der Bistro-Stuhl - aber dafür in der Pause kein Gedränge.

Es ist Premiere, damit sind natürlich auch ein paar Stars und Sternlein dabei (wir erkennen den Rosenheim-Cop J. Hannesschläger und noch ein par andere Gesichter sind uns bekannt.... leider gibt es für uns kein Bändchen als Einladung zur Premierenfeier! Also düsen wir wieder zurück nach Augsburg!


"BERLIN IN DEN 30ER JAHREN: IM BERÜHMT-BERÜCHTIGTEN KIT KAT KLUB

Im berühmt-berüchtigten Kit Kat Klub heizt das Show-Girl Sally Bowles mit dem zwielichtigen Conférencier und einem wilden Ensemble allabendlich dem amüsiersüchtigen Volk ein – Hemmungen haben hier keinen Zutritt. Mit seinen derben Liedern führt der Master of Ceremonies durch das Programm des Amüsierclubs. Wir erleben das Schicksal verschiedener Berliner, Verfolgter und Exilanten. Doch reicht die Verführungskraft des dekadenten Berliner Nachtlebens aus, um die zunehmenden Bedrohungen der Zeit zu überspielen? Cabaret ist ein Musical-Klassiker, der in Zeiten weltweit erstarkender nationalistischer Strömungen neue Relevanz gewinnt. Cabaret ist eine doppelte Liebesgeschichte, ein Lehrstück über die Gefahr politischer Teilnahmslosigkeit, ein Musical über Geschichte und voller Geschichten über authentische Menschen. Aber allem voran ist Cabaret zeitlose Unterhaltung, gespickt mit berühmten Songs und aufregenden Choreografien. 

ENGLISCHES ORIGINAL

Mit Cabaret setzen das Deutsche Theater und das English Theatre Frankfurt ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und bringen erneut einen Klassiker im englischen Original vom Main an die Isar. In der Vergangenheit sorgten bereits Musicals wie Tommy oder Schauspiel-Inszenierungen wie The Hound Of The Baskervilles aus dem größten englischsprachigen Theater des europäischen Festlands für Begeisterung bei Publikum und Kritikern. Cabaretentführt diese nun ins Berlin der 30er Jahre. Die Geschichte basiert auf Christopher Isherwoods „Berlin Stories“ – den beiden Novellen „Mr. Norris Changes Trains“ (1935) und „Goodbye Berlin“ (1939) – in denen der Autor seine abenteuerlichen Erlebnisse im freizügigen Berlin der 30er Jahre mit einem aufkommenden Nationalsozialismus verarbeitet. In vielen Einzelgeschichten schildert er einerseits ein ungeahnt offenes und freizügiges Berlin, aber auch den Wandel des Zeitgeists nach den Goldenen Zwanzigern und dem sich erhebenden Dritten Reich in den 30ern."

 

Quelle: https://www.deutsches-theater.de/cabaret/; 19.3.2019



Sie sieht das Dt. Theater selbst den Abend:

"UMJUBELTE PREMIERE DES MUSICAL-KLASSIKERS CABARET

Mit dem zeitlosen Meisterwerk Cabaret wurde nach der Ballsaison 2019 am Samstagabend die neue Spielzeit im Deutschen Theater eröffnet. Die erste Premiere in diesem Jahr war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich: Zum einen ist Cabaret die erste von insgesamt vier Produktionen, die 2019 im englischsprachigen Original auf der Bühne zu erleben sind – es ist das erklärte Ziel der Geschäftsführer Carmen Bayer und Werner Steer, dem Münchner Publikum immer wieder englische Originalinszenierungen zu präsentieren.

Zum anderen markiert diese Premiere eine weitere Zusammenarbeit mit dem renommierten English Theatre Frankfurt. Das Deutsche Theater München ist das einzige Theater, mit dem das ETF eine derartige Kooperation pflegt und daher immer wieder erstklassige Produktionen vom Main an die Isar schickt. 

GROSSARTIGE DARSTELLER UND WELTBEKANNTE MUSIK

Außergewöhnlich bei dieser Premiere war ohne Zweifel auch die Darbietung des fantastischen Ensembles, die vom Publikum mit jubelndem Beifall gewürdigt wurde. Auch die Ehrengäste waren enthusiastisch, darunter Gastronom Peter Schottenhamel, Moderatorin Carolin Reiber und Moderator Gerhard Schmitt-Thiel. „Ganz tolle Darsteller, besonders der Conférencier. Und es ist kein Problem, dass das Stück auf Englisch aufgeführt wird, man kann es sehr gut verstehen“ so Schauspielerin Nicola Tiggeler begeistert. „Die Darsteller sind gut, die Musik ist gut und besonders die Atmosphäre ist auch gut“, meinen auch Alice und Ellen Kessler. Entertainer Ron Williams schwärmt überschwänglich: „Brillant. Das Ensemble, die Choreografien. Auf einem Level mit dem Broadway und West End. Ich habe noch nie so eine Cabaret-Inszenierung erlebt. Ein Must-See.“

IMMER NOCH HOCHAKTUELL

In dieser Produktion ist deutlich zu spüren, dass Cabaret in seiner 50jährigen Geschichte nichts an Aktualität und Relevanz eingebüßt hat. Denn politischen Umbruch und die damit verbundene Ungewissheit erleben die englischen Darsteller gerade hautnah im Zuge des Brexits und bringen dieses beklemmende Gefühl spürbar auf die Bühne. „Sehr schön, aber streckenweise natürlich auch schaurig“, fand Schauspieler Horst Kummeth die Aufführung. Letzteres aber selbstverständlich nicht im negativen Sinn die Inszenierung betreffend. „Das liegt an der Geschichte, die hier erzählt wird und die Zeit in der das Ganze spielt.“ Die Kollegen auf der Bühne findet Kummeth allesamt „großartig“. Und: „Es ist toll, dass im Deutschen Theater auch immer wieder Stücke im englischen Original gezeigt werden.“

Neben dieser ernsthaften Seite besticht die Inszenierung aber auch mit flotten Choreographien, authentischen Charakteren und natürlich seinen weltbekannten Melodien. „Es ist ein tolles Stück mit großartigen Songs“, so der Haindling-Musiker Reinhold Hoffmann, der bald selbst im Deutschen Theater auf der Bühne stehen wird. Am 29. Mai gibt die Band hier ihr einziges Münchenkonzert der anstehenden Sommer-Tournee. „Darauf freue ich mich riesig, denn das Deutsche Theater ist für mich ein ganz besonderer und spezieller Ort.“

Im Anschluss an die gelungene Premiere feierten Gäste und Darsteller gemeinsam im neu eröffneten Restaurant Vathos."

 

Quelle: https://www.deutsches-theater.de/news/so-war-die-premiere-von-cabaret/ ; 19.3.2019